Vier Jahre nach dem ersten “Binge-Watching” legen Netflix-Mitglieder ihr eigenes Fernsehprogramm fest

Wenn Zuschauer nicht auf 20:15 Uhr warten müssen, sieht das Fernsehprogramm plötzlich ganz anders aus

Als Netflix im Jahr 2013 das “Binge-Watching” einführte, brach das nicht nur mit den angestaubten Regeln der Fernsehindustrie, sondern hat die Art und Weise, wie Zuschauer weltweit fernsehen, für immer verändert. Eine Serie, die man sich früher über drei Monate verteilt anschauen musste, kann man nun in fünf Tagen genießen. Aber nicht nur das hat sich verändert: In Deutschland und auf der ganzen Welt haben Netflix-Mitglieder die Möglichkeit zu entscheiden, zu welchen Zeiten sie ihre Lieblingsserien, -filme oder -dokumentationen schauen möchten. Das Warten auf 20.15 Uhr ist vorbei.

„Über viele Jahre mussten wir unser Leben um das Fernsehprogramm herum planen, nun ist es genau umgekehrt”, sagt Cindy Holland, Vice President of Original Content. „Wir haben den Zuschauern die Kontrolle gegeben und es ist spannend zu sehen, wie sich das Sehverhalten ändert und sich diese neuen Verhaltensmuster weltweit beobachten lassen, wenn man nicht an einen festen Zeitplan gebunden ist.“

Zuschauer starten am liebsten mit einer Komödie in den Tag – ein Genre, das in den Morgenmagazinen und im Frühstücksfernsehen eher unterrepräsentiert ist. Gegen 06.00 Uhr morgens sehen sich zum Ausgleich von News-Schlagzeilen 34% mehr Menschen Charaktere wie Joey Tribbiani (Friends), Stephanie Tanner (Fuller House) und Jay Pritchett (Modern Family) an als zu anderen Zeiten des Tages. Auch wenn man aus früheren Zeiten gewohnt war, die Tanners am Nachmittag zu schauen, bevorzugen die meisten ihre Tagesration Fuller House nun vor 08.00 Uhr morgens.

In Deutschland herrscht immer Familienzeit: Während weltweit eher die Morgenstunden der Familienunterhaltung gewidmet sind, schauen Netflix-Mitglieder in Deutschland, Spanien und Italien über den ganzen Tag verteilt Inhalte wie Beat Bugs, Trolljäger und Die Münzraub-AG. Nach 19 Uhr ist dann allerdings Schluss.

Zur Mittagszeit darf es etwas dramatischer sein - wie bei den Damen aus Litchfield: Wenn nicht der Sender das Programm bestimmt, sondern die Nutzer ihrem eigenen Plan folgen, setzt zur Mittagszeit (12.00 bis 14.00 Uhr) fast die Hälfte der Mitglieder (47%) auf Drama. Das sind 5% mehr als zu anderen Zeiten des Tages. “Binge-Watching” ist dabei keine Seltenheit, vor allem bei Serien wie Orange is the New Black, Narcos und Bloodline. Brasilien sticht hier im Vergleich besonders heraus, denn dort streamen 25% mehr Nutzer während der Mittagszeit als im Rest der Welt.

Gegensätze ziehen sich an, wenn es um die Gute-Nacht-Geschichten geht. Es ist nicht überraschend, dass Thriller wie The Walking Dead, Stranger Things und Breaking Bad hauptsächlich am Abend geschaut werden. Um 21.00 Uhr steigt die Beliebtheit von diesem Genre weltweit um 27% an. Aber den Tag beenden Zuschauer nicht mit Rick Grimes, dem “Verkehrtherum” und Walter White, sondern so, wie sie ihn begonnen haben – mit Lachen. Penny Hofstadter (The Big Bang Theory), Dev Shah (Master of None) und Bojack Horseman helfen bei diesem Ausgleich vor dem Zubettgehen.

Je später der Abend, desto wissbegieriger die Zuschauer - und hungriger auf einen Mitternachtssnack vom Chef’s Table: Durchschnittlich findet 15% des Streamings zwischen Mitternacht und 06.00 Uhr morgens statt und steigt in Japan und Südkorea in diesem Zeitraum sogar auf 21% an. Dabei haben Doku-Formate wie Abstrakt - Design als Kunst, Making a Murderer und Planet Erde während der Nacht weltweit eine 24% höhere Nutzerquote. Deutsche scheinen sich nachts besonders gut konzentrieren zu können: Es ist um 56% wahrscheinlicher, dass sie gegen 02.00 Uhr morgens eine Dokumentation schauen, als zu jeder anderen Zeit des Tages.

Schließlich kann jederzeit Netflix-Zeit sein. Wenn die Zuschauer ihr Fernsehprogramm an ihr Leben anpassen anstatt andersherum, sehen wir, dass in Indien bereits um 17 Uhr am meisten geschaut wird, während Argentinien und Singapur erst um 22 Uhr den Streaming-Höhepunkt erreicht. Bei den Deutschen ist wie im globalen Durchschnitt um 21 Uhr die beliebteste Zeit des Tages. Das ist ein letzter Beleg dafür, dass qualitativ hochwertiges Fernsehen nicht nur eine Prime-Time kennt.



*METHODIK

Netflix-Streamingdaten aus sechs Monaten – das sind rund 77 Millionen Mitgliederkonten im Monat – wurden für diese Analyse genutzt, um Einblicke in das Sehverhalten zu unterschiedlichen Tageszeiten folgender Länder zu erhalten: Argentinien, Australien, Brasilien, Kanada, Kolumbien, Deutschland, Spanien, Frankreich, Großbritannien, Indien, Italien, Japan, Südkorea, Mexiko, Malaysia, Niederlande, Neuseeland, Philippinen, Polen, Portugal, Singapur und den USA. Die beliebteste Zeit wurde anhand des Sehverhaltens an Wochentagen ausgemacht. Zusätzlich wurden auch die Stunden bestimmter Genres ausgewertet, in denen im Gesamtverhältnis zu anderen am meisten geschaut wurde. Dort, wo es relevant erschien, wurden die Daten den Zeitzonen angepasst.

Über Netflix

Netflix ist mit über 100 Millionen Mitgliedern in mehr als 190 Ländern, die täglich über 125 Millionen Stunden Filme und TV-Serien – darunter auch Originalserien, -dokumentationen und -spielfilme – genießen, der größte Internet-TV-Anbieter weltweit. Mitglieder können Filme und Serien jederzeit, überall und mit fast jedem beliebigen internetfähigen Endgerät unbegrenzt streamen, ohne dauerhafte Verpflichtungen einzugehen. Die Wiedergabe der ausgewählten Titel kann dabei ganz ohne Werbeunterbrechungen jederzeit gestartet, unterbrochen und fortgesetzt werden.
Nach oben