Initiative für mehr Frauen in der Postproduktion

Bei einer vor kurzem in unseren Studios in Los Angeles durchgeführten Veranstaltung forderten in der Postproduktion tätige Mitarbeiterinnen mehr Präsenz hinter der Kamera.

Bei einer vor kurzem in unseren Studios in Los Angeles durchgeführten Veranstaltung forderten in der Postproduktion tätige Mitarbeiterinnen mehr weibliche Kolleginnen hinter der Kamera und in allen Produktionsprozessen.

Die Abendveranstaltung fand in Kooperation mit der Hollywood Professional Association’s Women in Post statt und die Podiumsdiskussion leitete die Netflix-Managerin für die Postproduktion von Independent - und Studiofilmen, Heidi Vogel („Das Zeiträtsel“, „Pulp Fiction“). Auf dem Podium kamen zahlreiche Themen zur Sprache, unter anderem früh ansetzende Mentorenprogramme oder Kernelemente einer erfolgreichen Zusammenarbeit hinter den Kulissen. Besonders wichtig war den etwa 150 Teilnehmerinnen allerdings die Forderung nach mehr weiblicher Beteiligung in der Postproduktion.

Die Podiumsteilnehmerin Tatiana S. Riegel, die seit 34 Jahren in der Postproduktion unter anderem bereits für Quentin Tarantino und Paul Thomas Anderson gearbeitet hat, beklagte das Fehlen weiblicher Kolleginnen über die ganzen Jahre.

„Ich habe in meinen 34 Jahren noch nie mit einer Toningenieurin, Beleuchtungstechnikerin oder Komponistin zusammengearbeitet und soweit ich mich erinnere, nur einmal mit einer VFX-Produzentin“, erzählt Riegel auf einer kürzlich bei Netflix in Los Angeles abgehaltenen Podiumsdiskussion der Hollywood Professional Association Women in Post. „Ich finde das erschreckend.“

Damit befindet sich die Oscar-Kandidatin Riegel auf der Veranstaltung in guter Gesellschaft mit vier Kolleginnen aus unterschiedlichen Bereichen der Postproduktion: VFX-Produzentin Lauren Ellis (Snowden, Money Monster), Komponistin Germaine Franco (Catch Me!, Coco – Lebendiger als das Leben!), Koloristin Maxine Gervais (Black Panther, American Sniper) und die für den Oscar nominierte Toningenieurin Ai-Ling Lee (Aufbruch zum Mond, La La Land).

Die 2013 gegründete HPA-Organisation Women in Post möchte Frauen, die professionell Inhalte für alle Arten von Medien erstellen, durch Netzwerk-Events, Podien und andere Projekte zu mehr Sichtbarkeit verhelfen und ihnen Führungsmöglichkeiten eröffnen. Inzwischen hat die Gruppe mehr als 1.000 Mitglieder.

„Kreative Frauen sind in der modernen Welt extrem wichtig“, meint Franco. „Bisher durften wir aber in so vielen Bereichen immer nur einen Beitrag leisten und den kennen wir ja alle. Dabei können wir mit unser weiblichen Erfahrung jedes Projekt ganz anders bereichern.“

Neben der Gleichberechtigung betonte Franco außerdem die Bedeutung der ethnischen Vielfalt in der Branche. Sie schrieb Geschichte, als sie als erste lateinamerikanische Komponistin in die Musikabteilung der Akademie der Künste und Wissenschaften für Spielfilme eingeladen wurde und für „ Coco – Lebendiger als das Leben!“ als erste den Annie Award für herausragende Leistung für Musik in einem Animationsfilm erhielt.

„Durch unsere Teilnahme und Beiträge bringen wir eine Stimme ein, die lange ungehört verhallt ist. Und das betrifft nicht nur Frauen, sondern auch Menschen anderer Hautfarbe“, so Franco weiter.

Maxine Gervais betonte, dass es nicht nur darum gehe, die Branche aus ihrer Komfortzone zu holen, sondern die Zuschauer vor den Bildschirmen zuhause ebenfalls: „Damit zeigen wir auch der Welt Erfahrungen aus vielen verschiedenen Blickwinkeln.“

Netflix engagiert sich stark dafür, sonst unterrepräsentierte Stimmen und Kulturen in seinen eigenen Produktionen zu unterstützen, und der Anteil an Frauen hinter der Kamera ist ein wichtiger Teil davon. Seit 2015, als Netflix mit der Entwicklung eigener Filme begann, ist daher der Anteil an Regisseurinnen bei den Originalen kontinuierlich gestiegen. Die Los Angeles Times berichtete im August 2018, dass „Netflix in den nächsten vier Monaten mehr Filme unter der Regie von Frauen herausbringen wird als alle sechs größeren Hollywoodstudios bis dahin in diesem Jahr zusammen veröffentlicht haben“. In zahlreichen dieser Filme wirken Frauen auch an wichtigen Positionen in der Postproduktion mit, wie etwa Germaine Franco, die als Komponistin für die Komödie Someone Great verantwortlich zeichnet.

2018 gründeten eine Reihe von Netflix-Mitarbeitern ION (Inclusion Outreach Networking), um den Themen Inklusion und Diversität auf Podiumsdiskussionen und Netzwerk-Events sowie in STEP-Programmen und bei Städtepartnerschaften mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Letzteres hat bereits zu Kooperationen mit gemeinnützigen Initiativen geführt, wie RespectAbility, die Menschen mit Behinderungen unterstützt, oder Exceptional Minds, die junge autistische Erwachsene im Umgang mit visuellen Effekten ausbildet. Einige Teilnehmer aus diesem Programm wurden bereits für die Mitarbeit an Filmen und Serien von Netflix engagiert.

Franco betont allerdings, dass diese Diskussionen und Programme erst ein Anfang seien. „Auch wenn wir alle bereits darüber sprechen, geht das trotzdem nicht so schnell, wie ich es mir wünschen würde. Wenn wir mit diesen Menschen arbeiten möchten, müssen wir sie zunächst einmal ausbilden“, ergänzt Franco.

Auf dem Dach des Gebäudes ist Tatiana S. Riegel angesichts der vielen weiblichen Teilnehmer aus der Branche etwas optimistischer: „(Ich hoffe), dass es in der Zukunft besser aussieht und dass in allen Abteilungen die verschiedensten Leute arbeiten. Ich wünsche mir wirklich, dass niemand mehr in der Branche 34 Jahre lang auf diese Erfahrung verzichten muss.“


Fotos mit freundlicher Genehmigung der HPA

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