„Unbelievable“ kämpft gegen Stigmatisierung und regt zu Diskussionen an

Mitglieder verschiedener Hilfsorganisationen für Vergewaltigungsopfer trafen sich mit den Machern und Schauspielern der Serie zu einer Podiumsdiskussion, um Erfahrungen auszutauschen und darüber zu sprechen, wie man Opfern am besten helfen kann.

Die Diskussion fand bei Netflix in Hollywood statt und begleitete den Start der Miniserie Unbelievable. Die achtteilige Serie erzählt die Geschichte der jungen Marie (Kaitlyn Dever), der weder die Polizei noch ihr persönliches Umfeld Glauben schenken, als sie behauptet, von einem Einbrecher vergewaltigt worden zu sein.

An der Diskussion nahmen einige der führenden Hilfsorganisationen der USA für Vergewaltigungsopfer teil: End Violence Against Women International, Peace Over Violence, Project Sister Family Services, Rape, Abuse & Incest National Network (RAINN), Hollywood Health & Society und Together We Rise. Zur Unterstützung während und nach der Diskussion standen außerdem zwei Fachanwälte und Sprecher von RAINN zur Verfügung.

Joanne Archambault, die Vorsitzende von End Violence Against Women International, hofft, dass die Serie dazu beiträgt, typische Muster im Zusammenhang mit Vergewaltigungen zu erkennen: „Wir müssen unsere Vorstellungen darüber ändern, woran wir ein Vergewaltigungsopfer erkennen können.“


Unbelievable stützt sich auf verschiedene Quellen, darunter auf den Artikel „An Unbelievable Story of Rape“ aus dem Jahr 2015 des ProPublica-Marshall-Projekts, der mit einem Pulitzer-Preis gewürdigt wurde und als Basis für das 2018 erschienene Buch A False Report: A True Story of Rape in America diente und 2016 eine Podcast-Folge der Serie This American Life mit dem Titel „Anatomy of Doubt“ inspirierte.

Ken Armstrong, der den Artikel und das anschließende Buch schrieb, nahm neben den ausführenden Produzentinnen Susannah Grant (Erin Brockovich), Sarah Timberman (Justified) und Lisa Cholodenko (The Kids Are Alright) sowie den Schauspielern Merritt Wever, Danielle Macdonald, Eric Lange und Kaitlyn Dever ebenfalls an der Diskussion teil.

Archambault dankte dem Kreativteam und hofft, dass die Serie dazu führen wird, dass dieses Thema in der Öffentlichkeit wesentlich mehr Beachtung findet.

Während der Diskussion wurden mehrere Ausschnitte aus der Serie gezeigt, unter anderem Maries Untersuchung im Krankenhaus und eines ihrer ersten Gespräche mit der Polizei über die mutmaßliche Vergewaltigung. (Hier eine Vorschau zur Serie.)

Neben den Auswirkungen der Untersuchungen zu dem Vorfall zeigt die Serie auch die nachfolgenden Probleme, die Marie und andere Opfer nach einer Vergewaltigung durchmachen müssen. Dazu Wendy Blanco, Director of Clinical Resources für Peace Over Violence: „Was in der Serie sehr gut herausgearbeitet wird, ist das Thema Sicherheit. Wer sich nicht körperlich sicher fühlt, kann auch seinen Alltag nicht meistern.“

Archambault war vor ihrer Pensionierung beim San Diego Police Department zehn Jahre Leiterin der Abteilung für Sexualstraftaten. Sie ist maßgeblich an der öffentlichen Kampagne „Start By Believing“ beteiligt, die die Haltung der Öffentlichkeit gegenüber Kindesmissbrauch und sexueller Gewalt verbessern will. Bereits vor dem Start der Serie erstellte „Start By Believing“ eine Internetseite zu Unbelievable, über die Besucher unter anderem Kontakt zu Hilfsorganisationen aufnehmen und sich als ehrenamtliche Helfer engagieren können.

Archambault ist überzeugt von der Serie: „Ich glaube, dass die Serie wirklich etwas bewegen kann. Wir alle müssen besser verstehen, was eine Vergewaltigung wirklich bedeutet, wir müssen Vorurteile und die gesellschaftliche Stigmatisierung abbauen, die damit einhergehen.“

Fotos mit freundlicher Genehmigung von Netflix und Andrew Toth / Getty für Netflix

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